Drahthaar-Zucht
Zur Gründung eines "Vereins Drahthaar" veröffentlichte die "Deutsche Jäger-Zeitung" am 30. Januar 1902 einen entsprechenden Aufruf, in welchem man den großen Mangel an rauhaarigen brauchbaren Vorstehhunden beklagte. "Züchte den Hund, wie Du willst, aber zeige Erfolg!" war die Devise. Zur Gründungsversammlung 1902 in Sangerhausen waren Carl Koch, J. Kohlhase und Hauptmann Meier erschienen und hoben den "Verein Drahthaar", der später in "Verein Deutsch-Drahthaar" (VDD) umbenannt wurde, aus der Taufe.
Neben dem seit
1905 bestehenden Vereinsorgan "Mitteilungen des Verein Deutsch-Drahthaar",
den heutigen "Deutsch-Drahthaar-Blättern", war das wichtigste Sprachrohr
des noch jungen Vereins in der damaligen Zeit die "Deutsche Jäger-Zeitung".
Nach dem Ersten Weltkrieg verzeichnete der VDD einen beachtlichen Mitgliederanstieg
und ist in den folgenden Jahrzehnten stetig gewachsen. Nach der Wiedervereinigung
unseres Vaterlandes gehören dem Verein 34 Gruppen (einschließlich
Nordamerika und Kanada) an, und mit 10000 Mitgliedern ist der VDD der größte
Vorstehhund-Zuchtverein der Bundesrepublik. Die Zahl der jährlich
in das "Deutsche Gebrauchshund-Stammbuch" eingetragen Deutsch-Drahthaar
beweist den hohen Leistungswert dieses Vorstehhundes in der rauen Jacke.
Als "größtes jagdkynologisches Ereignis Europas" wurde einmal
die vom VDD durchgeführte "Hegewald-Zuchtprüfung"
bezeichnet. Von 1920 bis 2000, lediglich durch den Zweiten Weltkrieg und
die Nachkriegszeit unterbrochen, fanden insgesamt 68 Hegewald-Zuchtprüfungen
in allen Teilen Deutschlands und dreimal in Österreich statt. Die
Hegewald 2002 findet im Herbst in den Revieren um Wesel, verbunden mit der 100
Jahr-Feier des VDD statt.