Kopf               Drahthaar-Zucht                      Kopf
Mit der planmäßigen Zucht rauhaariger Vorstehhunde in Deutschland befasste sich als erster ab 1873 der Holländer Karel Edvart Korthals, als er den Zwinger Wolfsmühle des Prinzen Solms-Braunfels, nahe bei Wetzlar, betreute. Er führte den Begriff "Drahthaar" ein.

Zur Gründung eines "Vereins Drahthaar" veröffentlichte die "Deutsche Jäger-Zeitung" am 30. Januar 1902 einen entsprechenden Aufruf, in welchem man den großen Mangel an rauhaarigen brauchbaren Vorstehhunden beklagte. "Züchte den Hund, wie Du willst, aber zeige Erfolg!" war die Devise. Zur Gründungsversammlung 1902 in Sangerhausen waren Carl Koch, J. Kohlhase und Hauptmann Meier erschienen und hoben den "Verein Drahthaar", der später in "Verein Deutsch-Drahthaar" (VDD) umbenannt wurde, aus der Taufe.

Neben dem seit 1905 bestehenden Vereinsorgan "Mitteilungen des Verein Deutsch-Drahthaar", den heutigen "Deutsch-Drahthaar-Blättern", war das wichtigste Sprachrohr des noch jungen Vereins in der damaligen Zeit die "Deutsche Jäger-Zeitung". Nach dem Ersten Weltkrieg verzeichnete der VDD einen beachtlichen Mitgliederanstieg und ist in den folgenden Jahrzehnten stetig gewachsen. Nach der Wiedervereinigung unseres Vaterlandes gehören dem Verein 34 Gruppen (einschließlich Nordamerika und Kanada) an, und mit 10000 Mitgliedern ist der VDD der größte Vorstehhund-Zuchtverein der Bundesrepublik. Die Zahl der jährlich in das "Deutsche Gebrauchshund-Stammbuch" eingetragen Deutsch-Drahthaar beweist den hohen Leistungswert dieses Vorstehhundes in der rauen Jacke. Als "größtes jagdkynologisches Ereignis Europas" wurde einmal die vom VDD durchgeführte "Hegewald-Zuchtprüfung" bezeichnet. Von 1920 bis 2000, lediglich durch den Zweiten Weltkrieg und die Nachkriegszeit unterbrochen, fanden insgesamt 68 Hegewald-Zuchtprüfungen in allen Teilen Deutschlands und dreimal in Österreich statt. Die Hegewald 2002 findet im Herbst in den Revieren um Wesel, verbunden mit der 100 Jahr-Feier des VDD statt.

Hegewaldnadel/Wolfsangel